gemeinde-schinkel.de spd.de SPD.online
Aktuelles
 Fracking
 Vortrag April 2013
Vortrag über unkonventionelle Erdöl- und Erdgaspotenziale in Schleswig-Holstein - Fördertechnologie Fracking am 29.04.2013 in Schinkel


Nachdem das Thema Fracking vermehrt durch die Medien ging und nun potenzielle Fördergebiete in unmittelbarer Nähe von Schinkel  ausgewiesen wurden, bestand im SPD-Ortsverein die einhellige Meinung: Wir brauchen mehr Informationen.
Hierzu konnten wir  Frau Sabine Rosenbaum, Leiterin der Abteilung Geologie und Boden, - geologischer Dienst Schleswig Holstein - Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gewinnen. Wissenschaftlich fundiert, aber mit verständlichen Worten, referierte Frau Rosenbaum über die geologischen Gegebenheiten und Aufbau des Bodens unserer Region sowie die unterschiedlichen Förderungstechniken von Öl- und Gas. Der Unterschied zu der bekannten (konventionellen) Förderung besteht abgekürzt wie folgt:
In bestehenden herkömmlichen Öl- und Gasfeldern wird Hydraulic Fracturing eingesetzt, um Restmengen flüssiger und gasförmiger fossiler Rohstoffe zugänglich zu machen, deren Fördervolumen durch eine geringe Durchlässigkeit  des Reservoirgesteins abnimmt.  „Fracken“ basiert auf mehreren Horizontalbohrungen innerhalb der Lagerstätten.

Bildqelle: Wikipedia


Es wird eine Stützmittelflüssigkeit in eine meist mehrere hundert Meter tiefe Bohrung gepresst. Der hierbei  im zu frackenden Bereich erreichte Druck muss die geringste im Gestein anliegende Spannung überschreiten. Wenn dies der Fall ist, drückt die Flüssigkeit das Gestein auseinander. Nach dem „Sprengen“ dieser Risse wird die eingepresste Flüssigkeit, die unter dem Druck der Gesteinsschicht steht, so weit wie möglich zurückgepumpt. Der zugesetzte Sand verbleibt in den Rissen und hat die Aufgabe, diese gegen den anstehenden Gesteinsdruck offenzuhalten. Die Bohrung erfordert, neben üblicherweise rund 10 Millionen Litern Wasser und Quarzsand, pro Bohrung 3 bis 12 verschiedene Chemikalien (u. a. Biozide), deren Gesamtanteil sich auf 0,5 bis 2 Volumenprozent beläuft .
Soweit der technische Hintergrund. Aber wir fragen uns: Was bedeutet es für uns Bürger?
Gründe für den Einsatz dieser Förderungstechnik liegen natürlich in der Suche nach weiteren Energiepotenzialen. Einerseits das wirtschaftliche Interesse der Energiebranche, andererseits die steigenden Energiekosten für den Endverbraucher. Mit neuen fossilen Rohstoffvorkommen würde man sich unabhängig von Lieferstaaten machen und Preise würden fallen.
Doch mit welchen Risiken ist zu rechnen?

  • Verunreinigungen des Grundwassers oder von Oberflächengewässern durch das mit Additiven versetzte Bohrlochwasser,
  • Bedarf und(Ab)transport der beträchtlichen Frisch- und Brauchwassermengen,
  • Lärmbelästigung durch Bohrtätigkeit,
  • Unfallrisiken der oberirdischen (Ab)transporte  verwendeter Chemikalien,
  • Feinstaubbelastung durch den Quarzsand
  • und was ist mit der Entsorgung?
    Wir wissen heute noch nicht, wo wir unseren Atommüll lassen, oder wer für die Ölkatastrophen auf dem Meer aufkommt  und dürfen als Bürger über die Steuern die Suche nach und oftmals für die Entsorgung zahlen.  Zudem gibt es keine verlässlichen Aussagen über die möglichen Größen der Energievorkommen.

Nun liegt das Hauptproblem darin, dass  es momentan noch keine auf das Fracking zugeschnittene Gesetzgebung auf Bundesebene gibt. Die Bergämter sind zuständig und dort werden auch die Genehmigungsverfahren bearbeitet. Unserer Meinung nach müssen wir  im Vorfeld dafür sorgen, dass alle Risiken nachhaltig betrachtet werden. Wir als SPD in Schinkel lehnen Fracking ganz klar ab!
Antje Brügmann

© SPD-Schinkel.de - 2008  E-Mail direkt